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Biografien von Protagonisten des Deutschen Werkbunds | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Margarete Schütte-Lihotzky
„Jede denkende Frau muss die Rückständigkeit bisheriger Haushaltführung empfinden und darin schwerste Hemmung eigener Entwicklung und somit auch der Entwicklung ihrer Familie erkennen.“ (Die Frankfurter Küche, S. 16) Mit diesen Worten stellt Margarete Schütte-Lihotzky 1927 ihre Frankfurter Küche vor. Geleitet von der Frage, wie man durch richtigen Wohnungsbau der Frau Arbeit ersparen könne, präsentiert sie das Vorbild für unsere moderne Einbauküche. Ihre Küche wird in über 10.000 Wohnungen eingebaut. Ein Jahr zuvor ist sie von Ernst May nach Frankfurt eingeladen worden, um in der Abteilung T des Hochbauamtes mitzuarbeiten, T wie Typisierung. 1930 folgt sie der Berufung nach Moskau, wiederum zusammen mit Ernst May und zahlreichen anderen deutschen Architekten, um den Aufbau von neuen russischen Industriestädten zu planen. Das deutsche Team wird unter anderem mit dem Bau der Stadt Magnitogorsk beauftragt, Schütte-Lihotzky selbst ist als Expertin für Kinderbauten beschäftigt. Daneben ist sie auch auf der Werkbundsiedlung Wien von 1932 mit zwei Häusern vertreten. 1937 verlässt sie Russland und verbringt die nächsten drei Jahre in Istanbul, wo sie Mitglied einer antifaschistischen Widerstandsbewegung wird und sich weiterhin mit Kinderbauten auseinandersetzt. 1940 wird sie in Österreich verhaftet und sitzt bis Kriegsende im Zuchthaus. 1947 nimmt sie an der ersten CIAM-Tagung in Zürich teil. Danach entwickelt sie weitere Kindereinrichtungen, darunter das berühmte, aber nie ausgeführte Baukastensystem – ein beliebig kombinierbares Fertigteilsystem – für die Stadt Wien. 1956 unternimmt sie Studienreisen nach China und 1961 nach Kuba. Dazu betätigt sie sich auch als Publizisten und veröffentlicht 1958 Millionenstädte Chinas, 1970 Lernbereich Wohnen und 1981/82 ihre Memoiren Erinnerungen aus dem Widerstand, 1938-45. 1989 wird ihr der Ehrendoktortitel der Universität Graz verliehen, zudem wird sie mit dem ersten Preis an der Rietveld-Akademie in Amsterdam ausgezeichnet, für ihren Beitrag, „der Mehrheit der Bevölkerung ein besseres tägliches Leben ermöglicht zu haben“ (Die Frankfurter Küche, S. 58). 1993 widmet ihr das Museum für angewandte Kunst in Wien eine große Gesamtausstellung. Literatur: Ulike Baureithel: Einmal Küche, nie mehr Küche. In: Der Tagesspiegel. 23.1.1997. S. 26 Damals in der Sowjetunion: Aufbruch und Ankuft. Gespräch mit Margarete Schütte-Lihotzky. In: form + zweck, 4/1987. S. 11 ff. Astrid Gmeiner/Gottfried Pirhofer (Hrsg.): Der Österreichische Werkbund. Salzburg/Wien. 1985 Peter Noever (Hrsg.): Die Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky. Berlin (Ernst & Sohn Verlag) 1993 Stella Rollig: Für die alleinstehende berufstätige Frau. In: Der Tagesspiegel. 23.6.1993. S. 12 Judit Solt: Revolution in der Küche. In: Atrium. Haus und Wohnen International. Sept/Okt. 2000. Nr. 5 Links: Architektinnen-Biographien der TU HarburgMaterialien und Links zu Leben und Werk von Margarete Schütte-Lihotzky |
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