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LANGE BUCHNACHT - Zu Gast der August Verlag Berlin
8. Mai 2010, Samstag
19 Uhr Vortrag von Volker Pantenburg: "Biographie
des Dings: Eine Fischfabrik in Belfast, Maine" und Vorstellung des
Buches "Ränder des Films"
Anhand eines Ausschnittes aus
Frederick Wisemans Kleinstadtsymphonie "Belfast, Maine" (USA 1999), der
das Mini-Epos der Fischverarbeitung erzählt, wird das Ding im Film
thematisiert: Die gezeigte Sequenz ist ein erstaunlicher "Film im Film",
der konzentriert und unter dem hypnotischen musique concrète-Geräusch
der Fließbänder, Maschinen und Hochdruckdüsen den Weg vom Einfüllstutzen
des Tanklasters, aus dem die Fische buchstäblich in die Fabrik
"eingefüllt" werden, über die Waschstraßen, Sammelbecken und
Räucherkammern bis zur fertigen Fischkonserve mitvollzieht.
Schon Sergei
Tretjakow hat die strukturelle Komposition der "Biographie des Dings"
in seinem gleichnamigen Essay mit einem Fließband verglichen, auf dem
das Rohprodukt entlang gleitet, um vom Menschen in ein nützliches
Produkt verwandelt zu werden. Doch nicht der Mensch, das Einzelwesen, so
Tretjakow, geht durch den Aufbau der Dinge, sondern das Ding wandert
durch die Formation der Menschen. Der Vortrag widmet sich der spezifisch
filmischen Verdichtung dieser Beziehung von Mensch und Ding in den
mechanisierten Arbeitsprozessen.
ca.
20 Uhr Maria Muhle und Dirk
Setton stellen den August Verlag Berlin und die bisher erschienen Bücher
vor
Der August Verlag Berlin wurde 2008 als Forum für
Theorie im Schnittpunkt von Philosophie, Politik und Kunst gegründet. [Die
Reihe Kleine Edition steht in der Tradition des Essays, jenes Genres
der Intervention, die zu lang für eine Zeitschrift und zu kurz für ein
herkömmliches Buch ist. Im großen Format werden zeitgenössische Theorie
und moderne Klassiker veröffentlicht.]
bis 23 Uhr Büchertisch
mit den Publikationen des
August Verlags Berlin und Möglichkeit der Besichtigung des Museums
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